Steinbildhauerei

Ein Herz aus Stein - Die Steinbildhauerei von damals bis heute

Der Beruf des Steinmetzes ist einer der ältesten handwerklichen Berufe der Welt. Im Unterschied zum Steinmetz arbeitet der Steinbildhauer jedoch stärker gestaltend. Er ist weniger an geometrische Formen gebunden. Was hat sich zu dem früheren Beruf des Steinbildhauers zu heute geändert? Wir forschen nach.

Während im antiken Ägypten die bildhauerische Tradition mit härtesten Gesteinen wie Granit, Basalt, Diorit, Gabbro und Porphyr arbeitete, benutzte man im antiken Griechenland vorwiegend Bronze und Marmor. Das harte Gestein stand für den Ewigkeitsanspruch, den die Bildhauerei für ihre Skulpturen und Reliefs umsetzen wollte. Die Arbeitsmittel waren damals Steinhämmer mit und ohne Stiel aus Dolerit. Für feinere Arbeiten benutzten die alten Ägypter und Griechen Meißel aus Bronze sowie Spitzmeißel aus gehärtetem Stahl. Für die letzten Arbeitsgänge einer Steinskulptur nahmen die antiken Künstler ein Zahneisen, um die Unebenheiten einzuebnen. Das Spitzen von Marmor zieht allerdings immer ein Zertrümmern der Mineralkörper nach sich, aus welchem Grund die heutigen Bildhauer dieses Arbeitsinstrument heute nicht mehr verwenden.

Im Mittelalter wurde dann vor allem mit einem feinkörnigen, gelblich-grauen Kalkstein gearbeitet. Auch Sandstein war ein beliebter Stoff für bildhauerische Zwecke. Die Figuren wurden frei und rund aus einem Block herausgearbeitet. In der Neuzeit fertigten die Bildhauer, bevor sie ihre Arbeit begannen, skizzenhaft ausgeführte plastische Modelle aus Holz oder Ton an, um ihren Auftraggebern einen ersten Eindruck ihrer darauf folgenden Arbeit am Stein zu präsentieren.

Die heutige Steinbildhauerei ist in der Lage, dreidimensionale Arbeiten direkt und exakt nach gewünschten Vorgaben zu entwickeln. Der Steinbildhauer formt dabei den Stein von außen nach innen. Es ist heute möglich, für das Herausschlagen der Umrisse einer Skulptur sogenannte Kopierfräser einzusetzen. Diese werden elektronisch gesteuert. Die körperlich schwere und aufwendige Arbeit mit Fäustel und Meißel entfällt dadurch. Die Ausbildung eines Steinbildhauers ist die eines Steinmetzes gleich. Hier wird gelehrt, wie man Entwürfe entwickelt und in Modelle umsetzt, wie man Reliefs in Formen abgießt, wie man durch das Punktieren Modelle in Stein überträgt und vieles mehr. Der Steinbildhauer-Beruf ist ein sehr kreativer Beruf, der ein großes Maß an gestalterischen Talenten voraussetzt.