Alice Phoebe Lou

Plattenvertrag – Nein danke!

Ihre Profession ist die Straßenmusik. Mehr als nur ein Hobby. Den gesamten letzten Sommer war die Warschauer Brücke in Friedrichshain ihr zweites zu Hause „[…] egal wie dreckig und abgefuckt es dort ist.“ Alice Phoebe Lou steht da und singt. Und ca. 100 Menschen hören ihr zu. So viele wie bei kaum einem anderen Straßenmusiker hier.

Alice`s Plan bestand vor drei Jahren – mit 18 Jahren – darin, in die Welt hinauszugehen mit ihrer Gitarre. Ursprünglich kommt sie aus Kapstadt. In ihrem zu Hause lief immer Musik. Ihre Eltern, beide Dokumentarfilmer, hörten vieles aus den Sechzigern und Siebzigern, Jimi Hendrix oder Rodriguez. Der Stil formte Alice. Sie trägt heute ein paar Dreadlocks im Haar, geschmückt mit Federn und Perlen. Auf der Waldorfschule wurde ihre heutige Weltsicht dann gefestigt. Die unzähligen Facetten eines Menschen durften sie als Kinder ausleben und ausprobieren. Und so war sie schon Tänzerin, spielte schon mehrere Instrumente und war sogar mit 16 schon für zwei Monate in Paris. Alice wollte ursprünglich durch Europa reisen und dann studieren. Doch irgendwie merkte sie, dass dieses geregelte Leben nichts für sie zu sein scheint – und blieb einfach in Berlin!

In ihren Texten geht es um Freiheit, Wünsche und große Träume. Von Aggressionen hält sie nichts. „Wenn Du Gutes tust, bekommst Du Gutes zurück.“ So einfach ist das. Und so verzaubert sie regelmäßig die Menschen auf der Straße mit ihrer Stimme, mit ihrem Sound. Viele Menschen reagieren gerührt, manche umarmen sie sogar. Was sie aber nicht mag sind bemitleidende Blicke und Sätze wie: „hoffentlich kommst du bald von der Straße weg.“

Natürlich sind auch schon so einige große Labels auf die Ausnahmesängerin aufmerksam geworden. Doch sie lehnte bislang vehement ab. Für Alice Phoebe Lou wäre dies der Pakt mit einem Teufel, den sie nicht eingehen will. Sie nennt ihr Denken „positivitätsorientiert“ und „nicht profitorientiert“.

Alice macht lieber ihr eigenes Ding. Sie organisiert ihre Konzerte selbst, hat mittlerweile eine eigene EP herausgebracht und vor kurzem auch ihr erstes Album produziert. Dabei will sie aber bloß nicht der „neueste heiße Shit“ werden. Sondern einfach nur weiter unheimlich schöne und inspirierende Musik machen. Wir sind gespannt was wir noch alles von ihr hören werden.